Eindrücke über Land und Leute

Was man auf den Ausflügen von den Fremdenführern so mitbekommt

1971 schlossen sich sieben Emirate zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammen, um nach den Ölfunden eine größere wirtschaftliche Macht zu erreichen.
Vor 50 Jahren waren diese Emirate in der westlichen Welt weder bekannt, noch in irgend-elchen Karten verzeichnet (nur der Oman). Sie haben zusammen ca. 83.000 km² (wie etwa Österreich); die Hauptstadt ist Abu Dhabi.

In den VAE leben 4,6 Mill. Einwohner, davon aber nur ca. 700.000 Einheimische! Diese sind fast ausschließlich in Führungspositionen (Behörden oder Verwaltung) tätig, während die Ausländer hier arbeiten (sonst kein Bleiberecht) und keine Landesrechte besitzen.
Es gibt somit keine Arbeitslosigkeit.
Das Zusammenleben ist friedlich und respektvoll; es gibt keine Fremdenfeindlichkeit.

Die Regierungsform ist nach wie vor das Scheichtum. Der Staatsgründer und erste Scheich der VAE, Scheich Said, wird auch nach seinem Tod 2004 vom Volk verehrt, da er dem Volk gegenüber fast unglaublich großzügig war.

Scheich Said gründete die auch heute noch von seinem Sohn als Thronfolger weitergeführte totale soziale Versorgung seiner Landsleute.

So erhält z.B. ein Emirati, der eine Einheimische heiratet, ein Haus für die zukünftige Großfamilie (meist drei Generationen mit bis zu 40 Leuten) und den entsprechenden Grund. Für dieses Haus bracht er lebenslang keinen Gebäudeunterhalt und keine Verbrauchskosten zu zahlen. Wegen dieser Familienform gibt es in den gesamten VAE nur zwei Altersheime. Der Mann kann bis zu vier Frauen heiraten, diese sind alle vollkommen gleichberechtigt. Er muss für die Frauen lebenslang sorgen (auch nach einer möglichen Scheidung).

Die Einwohner sind völlig steuerfrei (es soll aber 5 % MwSt. eingeführt werden).

Hohe Priorität haben Kinder und die Ausbildung. So kann man sich weltweit einen Studienplatz aussuchen; das Studium wird bezahlt, dazu freie Wohnung, inkl. Auto und Taschengeld.

Ebenso ist das gesamte Gesundheitswesen kostenfrei. Bei einer Erkrankung kann sich ein Emirati weltweit eine Klinik auswählen. Es wird vom Gesundheitsministerium nur geprüft, ob diese Klinik geeignet ist. Da es für den Heilungsprozess von Vorteil ist, wenn die Patient nicht alleine ist, darf er sechs (beliebig austauschbare) Begleitpersonen auf Staatskosten mitnehmen, egal wie lange die Behandlung dauert.

Interessant ist, dass Scheich Said nie eine Schule besuchte, sondern von den Stammesältesten und Gelehrten zu dieser sozialen Gerechtigkeit erzogen wurde.

Die einheimische Bevölkerung stellt an den Staat keine Forderungen oder Ansprüche – sie ist der Regierung dankbar für die großzügige Versorgung! Dadurch, aber auch durch z.T. drastische Strafandrohungen, gibt es nur sehr wenig Kriminalität. Die VAE gehören mit zu den sichersten Ländern der Erde.

Die Regierung versucht, das Land zur Eigenversorgung systematisch zu begrünen. Es werden überall in der Wüste große, bewässerte Plantagen und Grünanlagen gepflanzt. So gibt es in den VAE bereits 80 % Obst- und Gemüse aus eigener Produktion. Traditionelle Frucht ist die Dattel, da diese sehr nährstoffreich ist (eine Dattel hat ca. 90 Kalorien). Die Beduinen sagen, mit fünf Datteln pro Tag kann man in der Wüste überleben. Die Versorgung mit Rindfleisch und Milch ist bereits ohne Importe möglich. Um den eigenen Markt zu stärken, werden die Landesprodukte deutlich billiger angeboten.

Der Benzinpreis ist mit umgerechnet 28 Cent/l für ein erdölproduzierendes Land vergleichsweise hoch (in Saudi Arabien ca. 8 Cent). Allerdings immer noch so gering, dass jeder Auto fährt und es somit fast keinen öffentlichen Personennahverkehr gibt. Dafür Tausende von – sehr günstigen - Taxis.

Die Emirati sind Moslem und es gibt eine unglaubliche Zahl von Moscheen. Dies rührt daher, dass jeder das Recht hat, im Umkreis von 500 Metern von seinem Wohn- oder Arbeitsplatz eine Moschee für sein Gebet ( fünf mal täglich) zu erreichen. In Abu Dhabi lässt der regierende Scheich gerade die größte Moschee des mittleren Osten für ca. 42.000 Gläubige bauen. Die traditionelle Verkleidung (Männer in weiß – Frauen in schwarz) ist, anders als in Saudi Arabien oder im Iran, hier freiwillig – wird aber gerne getragen.

 

Franz Piehler

PS: Auch der Tierschutz muss einen hohen Stellenwert haben. Obwohl hier alles gekauft wird, was edel und teuer ist, habe ich keine Pelzmäntel gesehen (vielleicht ist es aber auch nur zu warm).

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